Simon Messner und sein eigener Weg im Alpinismus

Friedbert Kopp • 1. Oktober 2026
Simon Messner, ein Bergsteiger, lächelt in die Kamera vor einer atemberaubenden Kulisse schneebedeckter Gipfel.

Inhaltsverzeichnis

Wer beim Bergsport nicht nur Gipfelhöhen und Schwierigkeitsgrade sehen will, stößt bei Simon Messner auf eine ungewöhnliche Mischung aus Alpinismus, Film, Familie und Verantwortung. Der Sohn von Reinhold Messner hat sich einen eigenen Weg erarbeitet und spricht heute offener über Angst, Risiko und die Frage, wann ein Rückzug vernünftig ist. Dieser Beitrag ordnet seine wichtigsten Touren, Filme und aktuellen Entscheidungen ein und zeigt, was Freizeitalpinisten daraus lernen können.

Was seinen Weg im Bergsport besonders macht

  • Eigenständiger Alpinist: Er versteht sich nicht als klassischer Profisportler, sondern als Bergsteiger mit eigenem Stil.
  • Mehr als 40 Erstbegehungen: Dazu zählen anspruchsvolle Routen in den Dolomiten und Expeditionen im Karakorum.
  • Später Einstieg: Mit etwa 15 oder 16 Jahren begann er ernsthaft mit dem Klettern.
  • Aktueller Wendepunkt: Familie, Bauernhof und eine schwere Schulterverletzung haben seinen Blick auf Risiko verändert.
  • Wichtige Botschaft: Angst ist am Berg kein Versagen, sondern ein Signal für bessere Entscheidungen.

Wer ist Simon Messner und wofür steht er im Alpinismus

Simon Messner ist ein Südtiroler Alpinist, Molekularbiologe, Filmemacher und Bergbauer. Bekannt wurde er zunächst als Sohn von Reinhold Messner, doch seine eigene Geschichte beginnt gerade dort, wo der berühmte Familienname nicht mehr ausreicht. Er hat sich bewusst gegen eine reine Karriere als Wettkampfkletterer entschieden und beschreibt sich lieber als klassischen Alpinisten.

Das ist mehr als eine sprachliche Vorliebe. Für ihn zählen nicht nur Zahlen, Grade oder schnelle Gipfelerfolge, sondern die gesamte Erfahrung einer Tour. Dazu gehören die Geschichte des Berges, die Bedingungen, die Partner, die eigene Vorbereitung und die Entscheidung, ob man umkehrt.

Sein Einstieg kam vergleichsweise spät. Während sein Vater bereits als Jugendlicher große Wände bestieg, fand der Sohn erst im Alter von etwa 15 oder 16 Jahren zum Fels. Zuvor hatte er sogar mit Höhenangst zu kämpfen. Gerade diese Angst wurde später zu einem wichtigen Teil seines Umgangs mit dem Berg.

Vom Klettern in den Dolomiten zu großen Expeditionen

Die Dolomiten bilden den Kern seiner bergsteigerischen Entwicklung. Dort sammelte er Erfahrung im alpinen Felsklettern, im Winterklettern und an langen kombinierten Routen. Ich finde an diesem Weg besonders interessant, dass er nicht mit einem spektakulären Höhenbergprojekt begann, sondern mit jahrelanger Arbeit an technisch anspruchsvollen Routen.

Zu den dokumentierten Unternehmungen gehören Erstbegehungen in den Dolomiten sowie anspruchsvolle Touren in Tirol und im Karakorum. 2023 gelang ihm gemeinsam mit Martin Sieberer die Erstbesteigung des 7.180 Meter hohen Yernamandu Kangri. Auch die Route „Abracadabra“ an der Nordwand der Rosengartenspitze aus dem Jahr 2024 zeigt, dass sein Alpinismus nicht nur aus Himalaya-Expeditionen besteht.

Bereich Beispiel Was daran auffällt
Dolomiten Erstbegehungen und alpine Felsklettereien Technik, Routenverständnis und eigenständige Entscheidungen
Karakorum Yernamandu Kangri mit 7.180 Metern Höhenbergsteigen mit kleinem Team und expeditionellem Charakter
Winteralpinismus Eis- und Mixedrouten Zusammenspiel aus Eis, Fels, Sicherung und Ausdauer
Filmprojekte Dokumentationen über Berge und Alpinismus Erlebnisse werden reflektiert statt nur spektakulär präsentiert

Sein Stil wirkt dabei bewusst zurückhaltend. Auf seiner eigenen Website betont er, dass er bislang keinen Bohrhaken gesetzt habe, sich aber nicht grundsätzlich gegen moderne Sicherungen ausspricht. Entscheidend ist für ihn, dass der Charakter einer Route erhalten bleibt und Kletterer ihre Verantwortung nicht an die Infrastruktur abgeben.

Simon Messner klettert auf einen felsigen Gipfel mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund.

Warum seine Filme mehr zeigen als spektakuläre Bergbilder

Die Kamera ist für den Südtiroler kein bloßes Werkzeug für Werbeaufnahmen. In seinen Filmen verbindet er alpine Geschichte, persönliche Konflikte und die Perspektive der Menschen vor Ort. Besonders deutlich wird das in „Traditional Alpinism - Erfahrungen sind nicht erbbar“, einer Dokumentation über den Nanga Parbat, die auch die Familiengeschichte rund um Reinhold und Günther Messner einbezieht.

2026 rückte die Dokumentation „Aus dem Schatten“ stärker in den Mittelpunkt. Der Film begleitet die Vorbereitung auf eine geplante Erstbesteigung des 6.754 Meter hohen Chumik Kangri im pakistanischen Karakorum. Im Sommer 2025 kehrte das Team jedoch um, statt den Gipfel um jeden Preis zu erzwingen. Genau diese Entscheidung macht den Film für mich glaubwürdiger als viele klassische Erfolgsgeschichten.

Das Projekt zeigt einen Mann an einem persönlichen Wendepunkt. Er ist inzwischen Vater, trägt Verantwortung für den Oberortlhof und musste sich nach einer schweren Schulterverletzung fragen, ob uneingeschränktes Klettern überhaupt noch möglich ist. Im Gespräch mit Alpin.de im August 2026 beschrieb er, dass ihm das Klettern nach der Pause stark gefehlt habe, er aber zugleich gelernt habe, nicht ständig unterwegs sein zu müssen.

Wie sich sein Blick auf Risiko verändert hat

Früher bedeutete Risiko für ihn vor allem, die eigenen körperlichen und technischen Grenzen zu testen. Heute kommt eine zweite Ebene hinzu. Ein schwerer Unfall betrifft nicht mehr nur den Bergsteiger selbst, sondern auch Partner, Familie und Menschen, die zu Hause warten.

Das heißt nicht, dass er dem Bergsport den Rücken gekehrt hat. Vielmehr wägt er genauer ab, welches Ziel den Aufwand und das Risiko tatsächlich rechtfertigt. Nach einer Bizepsverletzung, beschädigten Knorpelstrukturen und einem teilweise verletzten Oberarmkopf durfte er im Juli 2026 nach ärztlicher Freigabe wieder klettern. Für ambitionierte Sportler ist das eine wichtige Erinnerung daran, dass eine Rückkehr nicht allein vom eigenen Willen abhängt.

Auch seine Aussagen zu Steinschlag, Lawinen und veränderten Bedingungen sind für normale Bergtouren relevant. Wie ZDFheute berichtete, bezeichnete er einen nicht kontrollierbaren Steinschlag sinngemäß als eine Art russisches Roulette. Das ist keine Aufforderung zur Angst, sondern ein Hinweis auf die Grenzen jeder persönlichen Erfahrung.

Was Freizeitalpinisten von ihm lernen können

Niemand sollte die Expeditionen eines erfahrenen Alpinisten einfach nachahmen. Für Einsteiger und fortgeschrittene Bergsportler liegt der Wert seines Beispiels eher in der Haltung. Ich würde daraus fünf praktische Grundsätze ableiten:

  • Technik vor Tempo: Sichere Standplätze, zuverlässige Sicherung und sauberes Abseilen sind wichtiger als ein schneller Gipfelerfolg.
  • Angst ernst nehmen: Nervosität kann auf fehlende Erfahrung, schlechte Bedingungen oder eine falsche Zielwahl hinweisen.
  • Umkehren einplanen: Eine Tour ist nicht gescheitert, wenn man vor dem Gipfel vernünftig abbricht.
  • Route und Bedingungen trennen: Eine bekannte Route bleibt gefährlich, wenn Wetter, Fels, Eis oder Lawinenlage nicht passen.
  • Verantwortung teilen: Bei alpinen Touren sollte jeder Beteiligte die Planung, Notfallmaßnahmen und Ausrüstung verstehen.

Besonders häufig wird die Ausrüstung überschätzt. Ein teures Seil, ein moderner Klettergurt oder ein leistungsfähiger Helm ersetzen weder Training noch Urteilskraft. In der Praxis macht oft die Kombination aus guter Tourenplanung, ehrlicher Selbsteinschätzung und rechtzeitigem Rückzug den größten Unterschied.

Was von diesem Bergsteiger im Jahr 2026 bleibt

Der interessanteste Aspekt ist für mich nicht die berühmte Herkunft und auch nicht die Zahl seiner Erstbegehungen. Entscheidend ist, dass er zeigt, wie sich ein Bergsteiger verändern darf. Ambition, Familie, Verletzungen und Zweifel müssen sich nicht gegenseitig ausschließen, aber sie verlangen eine neue Gewichtung.

Sein Weg macht außerdem deutlich, dass Alpinismus nicht automatisch lauter, höher oder gefährlicher werden muss. Manchmal besteht die anspruchsvollste Entscheidung darin, ein Ziel loszulassen und trotzdem neugierig auf die Berge zu bleiben. Genau darin liegt eine Haltung, die auch für eine gewöhnliche Hochtour oder Kletterroute wertvoll ist.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Simon Messner begann etwa mit 15 oder 16 Jahren ernsthaft zu klettern. Zuvor hatte er sogar mit Höhenangst zu kämpfen, die später seinen bewussten Umgang mit Risiken prägte.

Zu seinen Unternehmungen zählen Erstbegehungen in den Dolomiten sowie Expeditionen im Karakorum. 2023 bestieg er gemeinsam mit Martin Sieberer erstmals den 7.180 Meter hohen Yernamandu Kangri.

Das Team kehrte im Sommer 2025 während der Vorbereitung auf die geplante Erstbesteigung des 6.754 Meter hohen Chumik Kangri um. Die Entscheidung zeigt, dass veränderte Bedingungen und das Risiko höher gewichtet wurden als ein erzwungener Gipfelerfolg.

Wichtige Grundsätze sind Technik vor Tempo, eine ehrliche Selbsteinschätzung und der rechtzeitige Rückzug. Außerdem sollten Bergsportler Wetter, Fels, Eis und Lawinenlage getrennt von der Bekanntheit einer Route beurteilen und die Notfallplanung im Team verstehen.

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Autor Friedbert Kopp
Friedbert Kopp
Mein Name ist Friedbert Kopp und ich habe fünf Jahre Erfahrung im Bereich Outdoor-Abenteuer, Reisen und Ausrüstung. Meine Leidenschaft für die Natur und das Entdecken neuer Orte hat mich dazu inspiriert, meine Erlebnisse und Erkenntnisse mit anderen zu teilen. Ich finde es faszinierend, wie wichtig die richtige Ausrüstung für ein gelungenes Abenteuer ist und wie sie den Unterschied zwischen einem unvergesslichen Erlebnis und einem misslungenen Ausflug ausmachen kann. In meinen Artikeln schreibe ich über verschiedene Aspekte des Reisens und des Outdoor-Lebens, von den besten Wanderwegen bis hin zu nützlichen Tipps zur Ausrüstung. Dabei lege ich großen Wert darauf, Informationen sorgfältig zu prüfen und verständlich aufzubereiten, damit sie für jeden zugänglich sind. Ich möchte, dass meine Leser nicht nur gut informiert sind, sondern auch inspiriert werden, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen.

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